Momente in Chiang Mai

Ein kleiner Bericht über meine Zeit in Thailand. Das Land des Lächelns das mich in seinen Bann zog.

Nach einer recht unangenehmen Erkrankung die mich Ende 2011 in Varanasi, Indien erfasste bin ich mit meiner Freundin nach Bangkok geflogen um dort in einem Krankenhaus wieder vollkommen zu genesen. Nach einer Woche im Krankenhaus stand ich wieder auf den Beinen. Als wir genug von dem Gewirr der Großstadt hatten und sich die Sandberge vor den Häuser wegen er nahenden Flut, die einen Großteil des Landes erfasst hatte, immer weiter türmten, machten wir uns auf in den Norden. Nach Chiang Mai, der größten Stadt des Nordens, in der meine Freundin vor einigen Jahren bereits einmal mehrere Monate verbracht hatte. Wir fanden dieses heimelige, familiäre Guesthouse, inmitten der Altstadt, fernab von jeglichem Trubel, dass uns die Größe der Stadt in der wie uns eigentlich befanden vergessen ließ.

Meine Freundin machte sich nach gut zwei Wochen auf in Richtung Süden und ich blieb im Norden. Zusammen mit wunderbaren Menschen, die ebenfalls nicht nur zur raschen Durchreise und Sightseeing dort waren, sondern um dort einige Zeit zu leben. Viele von Ihnen waren nicht zum ersten Mal dort und kamen schon seit einigen Jahren regelmäßig hierher um Kurse, Workshops oder Weiterbildungen zB. im Bereich der Körperarbeit oder des Yogas zu machen.

Ich wurde Zeuge emotionaler Wiedersehen von Menschen die sich geplant oder zufällig hier wieder zusammenfanden. Begegnete Menschen allen Alters und aller Nationen und doch verband uns alles etwas. Nicht zu vergessen der clevere Haushund "Loukmou" mit dem 7.Sinn, der einfach immer zu spüren schien wie es einem gerade ging. Das alles führte dazu, dass ich mich schon nach wenigen Tagen so heimisch und wohl dort fühlte, dass auch ich gar nicht mehr weg wollte. Von dort aus ließen sich wunderbare Tages bzw. Mehrerer-Tages Ausflüge zu Seen und Nationalparks in der Umgebung machen wo wir campten, dem Rauschen der Wasserfälle lauschten und das thailändische Essen genossen.

Drei Monate blieb ich dort bis ich in ein Flugzeug nach Goa, Indien stieg.
Mein 21. Geburtstag fiel inmitten des dreitägigen Lichterfest Loy Krathong. Das vielleicht schönste Fest das ich je erlebt habe. Drei Tage lang war der Himmel der Stadt von emporsteigenden Lampignons überseht. Hinter jeder Kurve wurde man von einem noch eindrucksvolleren Anblick überrascht. Ein Lichtermeer, wie tausende tiefhängende Sterne.

Zum einen war es wohl die unglaubliche Freundlichkeit und Gastfreundschaft der Thailänder, die mich so lange haben bleiben lassen. Zum anderen die wunderbaren und interessanten Menschen denen ich an diesem Ort begegnet bin. Menschen, die seit Jahren auf Reisen sind und Reisen Ihren Alltag nennen. Lebenskünstler, die ein Leben führen, von dem ich nicht wusste, dass es möglich sei. Sich von Kunst und Kurzzeitjobs finanzieren, die an einem Ort bleiben wenn er ihnen gefällt und dort irgendeine Aufgabe finden die ihnen Freude bringt. Moderne Nomaden, die alles was sie Besitzen in ihrem Rucksack mit sich führen und die Veränderung leben. Tag für Tag offen für das neue sind. Menschen, die ihre Inspiration im Reisen, in anderen Menschen und Kulturen entdecken und weitergeben. Die die Freiheit lieben und leben und sich ihre eigenen Gesetze machen.

Diese Umgebung und meine eigene Loslösung von Pflichten, Plänen und Ansichten darüber wie das eigene Leben zu verlaufen hat, hat mich für eine Zeit dieses Gefühl von Freiheit spüren lassen. Was es bedeutet den Augenblick zu leben und zu erfahren- sich keine Gedanken über Gestern und Morgen zu machen. Menschen völlig unvoreingenommen und offen zu begegnen und dasselbe von den anderen zu spüren. Zu merken, dass es keinerlei Bedeutung für das eigene Wohlbefinden hat, ob dass, was du tust, sich in deinem Lebenslauf gut macht oder ob es von der Gesellschaft anerkannt wird.

Nach meiner Zeit in Thailand verbrachte ich noch gute vier Monate in Asien. Sich nach dieser Zeit wieder in Europa, in Deutschland, in den alten Gebilden einzufügen, war mehr als schwer. Innerlich habe ich mich dagegen gesträubt und tue es auch heute noch immer ein bisschen und versuche mir meine Innere Freiheit zu bewahren. Das ist nicht immer leicht und bedarf eine Menge Mut, der Streckenweise auch immer mal wieder abhanden kommt und unerreichbar erscheint.

Kommentare:

  1. Toller Beitrag! Ich war leider nur für knapp eine Woche in chiang mai aber trotzdem habe ich mich sofort ihn sie verliebt! Gerade wenn man von Phuket oder Bangkok kommt finde ich merkt man einfach Dir gute Luft dort! Und chiang mai ist ja auch nicht so groß finde ich. Eher wie ein großes Dorf kam es mir vor :D die Bilder sind wunderschön und das du dort deinen 21 Geburtstag verbracht hast ist auch ganz toll! Möchte auch mal so gern bei einem der vielen großen Feste in Thailand sein, war nur bei einem kleinen dort (Kerzenfest in Nongkhai).

    Liebste Grüße und würde mich über mehr Reiseberichte von dir sehr freuen :) <3

    AntwortenLöschen
  2. Ein toller Beitrag liebe Franziska! Auch ich durfte mehrere Tage in Chiang Mai verbringen & ich habe es auch lieben gelernt! jedoch hätte ich viel mehr Tage dort verbringen können. Deine Reise war, nach meinem Gespür, etwas ganz Besonderes und ich sehne mich schon wieder so etwas zu erleben.

    Und auch ich Freue mich über mehr Berichte aus deinem Reiseabendeuer

    Liebevolle Grüße an dich Isabelle

    AntwortenLöschen
  3. Liebe Franziska,
    Interessanter Post...leider war ich noch nie in Asien! Deine Zeit dort sieht nach Unbeschwertheit und absoluter Freiheit aus - wunderschön!

    Liebe Grüße
    Petra

    AntwortenLöschen

 
FREE BLOGGER TEMPLATE BY DESIGNER BLOGS