15. Dezember 2017

Mond & Weiblichkeit - Fullmoon Seminar

Meine Berlin Zeit ist vorbei. Waren die ersten Tage noch überwältigend, bin ich mit der Zeit mehr und mehr eingetaucht in den Zauber dieser Stadt und ihren eigenen kleinen Kosmos. 

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Eines meiner persönlichen Highlights war das Vollmond Seminar - eine ganzheitliche Weiterbildung mit dem Schwerpunkt Weiblichkeit. In diesem Wochenend-Frauenzirkel haben wir uns damit auseinandergesetzt, wie wir uns mit der eigenen Weiblichkeit und dem lunaren und körpereigenen Zyklus verbinden können. Ein weiterer Themenschwerpunkt waren die kosmologischen Prinzipien des Yin und Yang.  Je mehr wir uns mit Themen der Weiblichkeit befassen, desto mehr verbinden wir uns letztendlich auch damit und können nachhaltige Erfahrungen schaffen und in den Alltag integrieren.

Im Folgenden gibt´s ein paar Eindrücke von diesem Wochenende in Wort & Bild.


Gestaltet und gehalten wurde das Seminar von der wunderbaren Alisa, der ich das erste mal im Sommer auf dem Artlake Festival begegnet bin. Inmitten des Festivalgetummels hat die Crew um Alisa (Soneiro Collective) eine kleine Oase der Begegnung mit Musik, Meditation und Yoga geschaffen und uns eine besondere Auszeit ermöglicht. Die Tanzmeditation ließ uns eintauchen in die Rhythmen und alles um uns herum vergessen - und im Woman Circle traten wir in innige Verbindung mit den Frauen um uns herum, auf eine Art, wie wir es im Alltag nur selten tun.

Wochenlang gingen diese Sessions nicht mehr aus meinem Kopf. So besonders waren sie für mich und klangen noch lange positiv nach. Gerade als ich mich dazu entschloss, mich für eine der von Alisa gestalteten Events anzumelden, trudelte eine Einladung von Ihr in mein Postfach. Die Freude war riesig!  - Als Dank dafür und weil es so ein wichtiges Thema ist, dass ich gerne mit euch teilen möchte, gibt es nun diesen Blogpost: 

Für zwei Tage bin ich - zusammen mit 11 anderen Frauen - eingetaucht in eine eigene kleine gemütliche und geschützte Welt der Begegnung mit Anderen und der Besinnung auf uns selbst.
Wir haben uns theoretisch und praktisch mit dem Konzept des Yin und Yang aus der chinesischen Philosophie befasst und wie diese Kräfte in uns und unserem Alltagsleben aktiv sind und wie wir sie auf den Ebenen des Körpers, der Gedanken und Emotionen in Harmonie bringen können. Wir haben Yin Yoga vor dem warmen Kamin gemacht, gesungen und meditiert, während draußen die ersten Schneeflocken fielen. Zwischendurch und danach hatten wir Zeit, das alte Stadtzentrum Potsdams zu entdecken und ein wenig vorweihnachtliche Stimmung aufkommen zu lassen. 
Den zweiten Tag haben wir mit einem Tanzen begonnen - um wach zu werden, loszulassen und in unsere Kraft zu kommen. Wir haben kleine Rituale gemacht, nach Innen geblickt, über uns und unsere Wünsche reflektiert und sind, auch wenn es nur zwei Tage waren, irgendwie zusammengewachsen.  Haben uns in geschützter Atmosphäre einander geöffnet und so eine kleine Gemeinschaft geschaffen.

Vielleicht sind diese Dinge für einige von Euch noch recht neu und Unbekannt. Das waren sie für mich bis zu diesem Wochenende auch. Bei den Events auf dem Festival bin ich das Erste mal so richtig mit diesen Themen in Berührung gekommen. Vorher hatte ich noch nie von einem Frauenzirkel gehört - geschweige denn an einem teilgenommen. 

Dabei kamen Frauen in fast allen ursprünglichen Kulturen zusammen und haben Rituale der Weiblichkeit zelebriert, sich gegenseitig unterstützt und ihren Körper, Geist und die Seele genährt. Heutzutage sieht das anders aus, dabei ist die Weiblichkeit so kraftvoll und die Verbindung und Anerkennung von Frauen als Schwestern und Verbündete unendlich heilsam.



Mond und Weiblichkeit 
Weil der Vollmond bevorstand haben wir uns näher mit dem lunaren Zyklen und dessen Verbindung zu unserem weiblichen Zyklus auseinandergesetzt. Wusstet ihr, dass der Mondzyklus genauso lang ist wie der Menstruationszyklus? Beide dauern im Durchschnitt 27,5 Tage an. 
In der ersten Phase des weiblichen Zyklus steigt unser Hormonlevel zusammen mit unserem Energielevel an und wir sind dementsprechend an unseren fruchtbaren Tagen auf den Höhepunkt unserer Energien. In diesen Tagen fühlen wir uns attraktiv, sind tendenziell extrovertierter und anderen Menschen gegenüber sowohl offener als auch mitfühlender und liebevoller. Doch das Rad dreht weiter und sowohl unser Hormon- als auch unser Energielevel sinken, bis wir schlussendlich mit der Menstruation eine Umdrehung auf unserem Riesenrad abschliessen. In dieser Phase sind wir introvertierter, haben ein grösseres Bedürfnis nach Zeit für uns selbst. Deshalb sind wir oft auch etwas intoleranter und ruppiger.
Die offensichtlichste Verbindung, dass unser Zyklus an den des Mondes gekoppelt ist, ist natürlich die Länge der beiden Zyklen. Doch bevor unsere Organismen von künstlichem Licht beeinflusst wurden, haben Frauen ganz natürlich mit dem Neumond menstruiert und dies war auch die Zeit der Zurückgezogenheit. Mit zunehmenden Mond steigt das Energielevel wieder an und  mit dem Vollmond kamen auch die fruchtbarsten Tage. In unseren modernen Zeiten aber ist diese natürliche Simultanität weggefallen. Frauen menstruieren irgendwann – und dennoch scheint es als ob immer noch viele Frauen mit dem naturgegebenen Zyklus mitgehen. In dem wir uns mit diesen Themen befassen , können wir lernen unseren Zyklus und unseren natürlichen Rhythmus besser zu verstehen. Das Seminar hat mir persönlich einen wunderbaren ersten Einblick gegeben.

Mond und Weiblichkeit - Ein kleiner mythologischer & geschichtlicher Exkurs

Artemis, Goodess of Moon & Hunt
Die Himmelskörper und ihre Bewegungen, vor allem die Sonne und der Mond spielten in der Vergangenheit in vielen Kulturen eine wichtige Rolle.  (In vielen Kulturen und Sprachen ist der Mond weiblich und die Sonne männlich (bsp. El Sol & La Luna)) Wirft man einen Blick in die Geschichte und die Mythologien der Vergangenheit, wird deutlich, das der Mond und Weiblichkeit immer schon untrennbar miteinander verbunden waren. Auch aufgrund der Entsprechung des weiblichen Zyklus mit dem Mondumlauf. Wie auch der Mond durchlaufen wir Frauen mit der Menstruation einen Zyklus und durchschreiten verschiedene Phasen, die uns auf körperlicher, emotionaler und seelischer Ebene beeinflussen. Wenn die Menschheit und vor allem die Frauen in der Vergangenheit Jahrtausende lang nach diesem Wissen gelebt haben, kann es da so abwegig sein? In den letzten Jahrhunderten verschwand dieses Wissen, auch bedingt durch den wachsenden Patriarchismus und der damit verbundenen Verdrängung der Weiblichkeit. Wusstet ihr,  dass die Jungfrau Maria in alten Darstellungen häufig mit einer Mondsichel dargestellt wurde?
Für mich ist diese Thematik auch noch recht neu, aber ich finde sie sehr spannend und da sie starken Anklang in mir finden, möchte ich offen sein. Ich glaube, viele von uns spüren eine gewissen Anziehung zum Mond, können bei Vollmond schlecht schlafen oder empfinden zumindest eine Faszination wenn sie in den Nachthimmel blicken. Ich mache mir dann gerne klar, dass der Mond ganze Meere verschiebt und dass der Mensch aus über 65% aus Wasser besteht. Kann es da nicht sein, dass er auch etwas in uns bewegt?

Yin & Yang
Yin und Yang entstammen ursprünglich der chinesischen Philosophie des Daoismus uns seine Wurzeln reichen bis in das 4.Jahrhundert v.Chr. zurück. Die beiden Begriffe des Yin und des Yang genau zu definieren, gestaltet sich schwierig, da sie in der klassischen Literatur für unterschiedlichste Dinge verwendet werden und auch dort keine genaue Definition existiert. 
Es handelt sich dabei um zwei entgegen stehende Prinzipien, die sich im immer währenden Kreislauf gegenseitige beeinflussen. Ihr Wirken ist allgegenwärtig und unweigerlich jeweils auf den anderen Pol bezogen. Ganz gleich ob wir das Universum, die Welt oder uns selbst und unsere Umgebung betrachten. Zwar sind Yin und Yang entgegengesetzte Kräfte, aber untrennbar voneinander, deren Bewegungen und Wandlung die Welt entstehen lassen

Die Sonne ist Vertreter des Yang-Prinzips, das gibt, das erschafft. Der Mond hingegen, als Vertreter der Yin-Kraft, empfängt (das Licht von der Sonne), bewahrt, schützt und regiert des Nachts, zu der Zeit also, wo die Menschen träumen.


Wir waren ein kleiner Kreis ganz unterschiedlicher junger Frauen, die aus verschiedenen Ecken Deutschlands kamen. Für viele von uns waren diese Themen völlig neu und einige haben das erste mal meditiert, Yoga gemacht und Mantren gesungen. Trotzdem konnten wir uns alle öffnen und ich denke, jede hat etwas ganz eigenes für sich aus diesen Tagen mitgenommen.
Einzutauchen in diese kleine eigene Welt und mit eigentlich völlig unbekannten Frauen, in Verbindung zu treten und sich gemeinsam zu öffnen, war eine wunderbare Erfahrung. In unserer schnelllebigen Zeit ist es so wohltuend, sich bewusst Zeit für sich selbst, die eigene Weiblichkeit und für Begegnungen mit anderen Frauen - auf einer urteilsfreien und offenen Ebene - zu nehmen.

Danke, liebe Alisa, dass du diesen Raum der Begegnung und Erfahrung für uns schaffst!


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Weitere Infos


Weil es so inspirierend, interessant und schön war, hier für euch noch ein paar Informationen zu den kommenden Events. Wenn ihr Interesse an diesen Thematiken und einer spirituellen wie auch wissenschaftlich basierten Herangehensweise habt, dann seid ihr bei Alisa genau an der richtigen Adresse :)
Das Event Fullmoon Seminar Part I ist das erste von drei Seminar Teilen, die offen für alle Frauen sind. Die Schwerpunkte variieren, aber jedes Seminar dreht sich um die Themen Weiblichkeit und wie wir mit ihr in Verbindung treten, sie umarmen und nähren können. Abschließend und aufbauend auf die vorangegangenen Seminare wird es einen Retreat geben, dessen Teilnahme den Besuch eines der drei Seminare voraussetzt. Die Seminarreihe ermöglicht es, einen umfangreichen Erfahrungsschatz mit auf die eigene Reise durchs Leben als Frau zu nehmen.
  • Next Fullmoon Seminar Part I : 27-28. Januar 2018  (An diesem Seminar habe ich teilgenommen: Klick)
  • Next Fullmoon Seminar Part II: 24-25. Februar 2018 (Bei dem 2ten von 3 Teilen, wird es noch tiefer und weiterführend in die Thematiken der Weiblichkeit gehen. (Es ist kein muss, beim Part I gewesen zu sein) Klick hier für mehr)

Mehr Infos dazu und zu weiteren Events gibt es natürlich auch auf ihrer Seite: www.yogalisa.de

Wenn ihr Fragen über das Vollmond Seminar oder andere Events habt, schreibt ihr einfach eine Mail. Sie freut sich von Euch zu hören. Grüßt sie lieb von mir :)


Über Alisa


Alisa ist ausgebildete Yoga- und Meditationslehrerin, Künstlerin, Musikerin und macht derzeit ihren Master in Kulturwissenschaften. Von alledem fließt etwas in ihre Workshops, Performances und Retreats mit ein. Wie sie selbst sagt, gibt es viel "Tralala" ;) auf diesem Gebiet, weshalb ihr ein wissenschaftlicher Hintergrund immer wichtig ist.

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Danke an Alisa für die Fotos von unserem Wochenende
Weitere Bilder sind von Pinterest 
Ergänzende Quellen: yinyang.info & ladyplanet.ch





LOVE!




1 Kommentar:

  1. Wow das klingt super spannend! Dachte der Mond wäre eher männlich als weiblich, aber so wie du das erklärt hast macht es mehr Sinn das es eine sie ist :D bin zwar ein sonnenkind aber finde den Mond trotzdem total faszinierend und schön und an so einem Seminar würde ich auch gerne mal teilnehmen, wenn sie die Möglichkeit ergibt. Danke fürs teilen liebe Franzi!

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